Karl May

Karl May

[Pseudonyme: Capitain Ramon Diaz de la Escosura, M. Gisela, Hobble-Frank, Karl Hohenthal, D. Jam, Prinz Muhamêl Lautréaumont, Ernst von Linden, P. van der Löwen, Emma Pollmer und Richard Plöhn. Die meisten der pseudonym oder anonym erschienenen Texte sind inzwischen eindeutig zugeordnet.]

Geboren: 25.02.1842 in Hohenstein-Ernstthal
Gestorben: 30.03.1912 in Radebeul

Leben

May wurde als Sohn einer armen Weberfamilie geboren und mit fünfzehn Jahren in das evangelische Lehrerseminar in Waldenburg aufgenommen. 1861 beendete er dieses Studium in Plauen. Danach war er als Hilfslehrer in Glauchau und Chemnitz tätig. Nach der Verurteilung wegen Diebstahls war seine Lehrerlaufbahn beendet und er verbüßte im Anschluss noch mehrere Zuchthausstrafen. Seine außerordentliche Karriere begann 1874. Von 1875 bis 1878 war er zunächst als Redakteur zweier Dresdner Wochenblätter angestellt. Danach arbeitete er als freier Schriftsteller. Er ließ sich Visitenkarten drucken mit der Aufschrift "Dr. Karl May, genannt Old Shatterhand / Radebeul Dresden / Villa Shatterhand". Sein Foto erschien im Verlagsprospekt unter dem Titel: "Old Shatterhand (Dr. Karl May) mit Winnetou's Silberbüchse". Leseranfragen beantwortete er mit fiktiven Schilderungen seiner Vergangenheit und gab die Erlebnisse seiner Romanhelden als eigene aus. Das führte in der Folge zu Anfeindungen. Die Umstrittenheit tat dem Erfolg vor allem beim jungen Publikum kaum Abbruch. Bis heute sind seine Werke in mehr als 200 Millionen Exemplaren weltweit verbreitet und in über 50 Sprachen übersetzt. 1899/1900 reiste er erstmals wirklich in den Orient. Sein Spätwerk, in dem May sich um literarische Anerkennung bemühte, blieb hingegen nahezu erfolglos (z.B. „Babel und Bibel“, „Silberner Löwe“, „Und Friede auf Erden!“). Diese symbolistischen Werke mit pazifistischer Ausrichtung finden heute zunehmend Beachtung. Sein Geburtshaus ist heute Museum, ebenso sein Dresdener Wohnsitz.

Werke 
Im fernen Westen (1879) 
Der Waldläufer (1879) 
Zepter und Hammer (1879/80) 
Die Juweleninsel (1880-82) 
Waldröschen (1882-84) 
Der Sohn des Bärenjägers (Unter Geiern I, 1887) 
Der Geist des Llano estacado (Unter Geiern II, 1888) 
Kong-Kheou, das Ehrenwort (1888/89) 
Die Sklavenkarawane (1889/90) 
Der Schatz im Silbersee (1890/91) 
Das Vermächtnis des Inka (1891/92) 
Durch Wüste und Harem (1892) 
Durchs wilde Kurdistan (1892) 
Von Bagdad nach Stambul (1892) 
In den Schluchten des Balkan (1892) 
Durch das Land der Skipetaren (1892) 
Der Schut (1892) 
Winnetou I - III (1893) 
Orangen und Datteln (1893) 
Der Oelprinz (1893/94) 
Am Stillen Ozean (1894) 
Am Rio de la Plata (1894) 
In den Cordilleren (1894) 
Old Surehand I (1894) 
Old Surehand II (1895) 
Im Lande des Mahdi I - III (1896) 
Der schwarze Mustang (1896/97) 
Old Surehand III (1897) 
Satan und Ischariot I - III (1896/97) 
Auf fremden Pfaden (1897) 
Weihnacht! (1897) 
Im Reiche des silbernen Löwen I - II (1898) 
Am Jenseits (1899) 
Im Reiche des silbernen Löwen III - IV (1902/03) 
Und Friede auf Erden! (1904) 
Ardistan und Dschinnistan I - II (1909) 
Winnetou IV (Winnetous Erben, 1910) 
Autobiografie: Mein Leben und Streben (1910) 
u. a. 

Diese Titel finden Sie in der Stadtbibliothek Chemnitz.


Weiterführende Informationen

Schmidt, Arno: Sitara und der Weg dorthin. Eine Studie über Leben, Werk & Wirkung Karl Mays, Karlsruhe 1963.
Wollschläger, Hans: Karl May. Grundriss eines gebrochenen Lebens(1965), Göttingen 2004.
Loest, Erich : Swallow, mein wackerer Mustang, Berlin 1980.
Walther, Klaus : Karl May, München 2002.


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Zuletzt geändert am 25.09.2008 11:38 Uhr