Timbuktus kostbare Schriftschätze
Ausstellung „Die Handschriften von Timbuktu“ Originalmanuskripte aus der malischen Partnerstadt vom 04. bis 09. Oktober in der Stadtbibliothek im TIETZ
Zur Eröffnung am Montag, 04. Oktobver 2010, 11 Uhr in der Stadtbibliothek reisen die Botschafterin Malis, Ihre Exzellenz Frau Fatoumata Siré Diakité und Dr. Mohamed Diagayeté vom Ahmed-Baba-Institut an. Sie werden begleitet von Frank Heinrich, Mitglied des Deutschen Bundestages, auf dessen Initiative die Dokumente nach Chemnitz kommen. Eröffnet wird die Schau von Kulturbürgermeisterin Heidemarie Lüth.
Nach der Begrüßung durch die Bürgermeisterin überbringt die Botschafterin ein Grußwort. Dr. Mohamed Diagayeté, Institut des Hautes Etudes et de Recherches Islamiques Ahmed Baba, wird mit einem Rundgang durch die Ausstellung führen und zu den Kostbarkeiten informieren.
Erwartet werden zur Eröffnung auch 30 Schüler des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums und des Chemnitzer Schulmodells. Sie hatten sich für Chemnitz an einem Kunstwettbewerb beteiligt, den die Botschaft Malis anlässlich des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit des westafrikanischen Landes unter allen fünf deutschen Partnerstädten und Berlin ausgeschrieben hatte. Die Chemnitzer Ergebnisse des Wettbewerbes werden im Rahmen der Ausstellung zu sehen sein. Zur Ausstellungseröffnung wird ein kleines Rahmenprogramm geboten – auch mit Häppchen aus Mali und einer Ehrung der Schülerinnen und Schüler, die am Wettbewerb teilgenommen haben.
Hintergrund: Von der Bedeutung Timbuktus im 14. und 15. Jahrhundert als intellektuelles Zentrum in der islamischen Welt zeugen Schriften, die dort im Ahmed-Baba-Institut (Institut des Hautes Etudes et de Recherches Islamiques Ahmed Baba) bewahrt, restauriert, katalogisiert und digitalisiert werden. Nach einem Gelehrten benannt, der im 16. Jahrhundert in Mali wirkte, wurde das Institut 1970 auf Initiative der UNESCO gegründet.
Noch steht den meisten Schriften die wissenschaftliche Auswertung bevor. Doch hat die bedeutendste Sammlung alter westafrikanischer Manuskripte im Jahr 2010 - dem 50. Jahr der Unabhängigkeit Malis - ein modernes Gebäude erhalten. Der Bau des Kapstädter Architektenduos Spies und Lambrechts hebt sich von den Lehmbauten Timbuktus ab. Als Zeugnis von Modernität birgt er den kulturellen Schatz der Chemnitzer Partnerstadt.
Eine kleine Auswahl an Manuskripten hat Dr. Mohamed Diagayeté vom Ahmed-Baba-Institut jetzt zusammengestellt und nach Deutschland gebracht. Die in Arabisch verfassten Handschriften, teilweise mit Bemerkungen versehen, sind 700 Jahre alt. Sie zeugen von der Islamisierung Westafrikas und spiegeln die Reisen von Herrschern und Gelehrten wider, die auf dem Weg nach Mekka in Timbuktu Station machten.
Bis zum 24. September waren die 35 kostbaren Blätter in Berlin zu sehen. Die historischen Schriftstücke aus Afrika, die erstmals in Deutschland gezeigt werden, kommen nun für kurze Zeit auch nach Chemnitz. Vom 4. bis 9. Oktober werden die Kostbarkeiten in der Stadtbibliothek ausgestellt. Kurze Beschreibungen erläutern die Exponate. Darunter auch Korrespondenz des deutschen Ethnologen Heinrich Barth, der 1853 nach Mali reiste, Manuskripte studierte und ihre Bedeutung für die Schriftkultur Afrikas erkannte.
Zu jener Zeit war Timbuktu jedoch längst keine prosperierende Stadt mehr. Heute eines der ärmsten Länder der Welt, stellt sich Mali der Aufgabe, das unschätzbare Kulturgut für die Nachwelt zu bewahren. Zeugt es doch von einem bedeutenden Dreh- und Angelpunkt des Karawanenhandels im Nigertal, seiner wechselvollen Geschichte und den mannigfaltigen Beziehungen zwischen Völkern und Religionen. Mali war vom 11. bis 16. Jahrhundert ein islamisches Großreich, das später von ethnischen Gruppen der Mossi und Fulbe erobert und aufgeteilt wurde. 1893 wurde es mit der Eroberung Timbuktus unter dem Namen Französisch-Sudan zur Kolonie Frankreichs. Seine Unabhängigkeit von Frankreich erlangte Mali am 22. September 1960, der seither als Nationalfeiertag gilt.
Die Städtepartnerschaft zwischen Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) und Timbuktu besteht seit 1968.
Presseinformation der Stadt Chemnitz / Pressestelle
vom 28.09.2010









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