Zur Geschichte der Tintenproduktion in Chemnitz (1856 –1955)
„Beyers Tinten sind die besten“. Zur Geschichte der Tintenproduktion in Chemnitz 1856-1955
Buchpräsentation mit der Autorin Jutta Aurich
Termin: Dienstag, 18. August 2026
Beginn: 17 Uhr
Ort: TIETZ, Veranstaltungssaal, 3. Etage, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz
Die reich bebilderte Neuerscheinung ist der ehemaligen Chemnitzer Tintenfabrik an der Beyerstraße gewidmet und wird vom Sächsischen Wirtschaftsarchiv e. V. und dem Sax-Verlag herausgegeben. Die Historikerin und Archivarin Jutta Aurich beschreibt auf 240 Seiten erstmals umfassend die Geschichte der Tintenproduktion in Chemnitz . Im Mittelpunkt stehen neben der Tintenfabrik an der Beyerstraße auch das Leben und Wirken ihres Gründers Eduard Beyer und seiner Nachfolger.
Beyers Weg vom Apotheker und Chemiker zum erfolgreichen Fabrikanten steht beispielhaft für das typische „sächsische Unternehmertum“ des 19. und 20. Jahrhunderts. Mit dem Bau seiner Fabrik 1863 betrat er technisches Neuland und wurde zum Industriepionier. Als Erster stellte er Qualitätstinten in großen Mengen her und machte Chemnitz zu einem Zentrum der deutschen Tintenindustrie. Sei
„Beyer’s Tinten sind die besten“ – unter diesem Motto produzierte die Tintenfabrik fast 100 Jahre lang. Das „Chemnitzer schwarze Naß“ sprudelte sehr ergiebig und wurde an tausende Kunden in aller Welt exportiert. Drei Generationen der Familie Beyer-Koerner führten das Familienunternehmen bis 1955. Mit Mut und Kreativität machten sie es zu einem der größten deutschen Vertreter einer neuen Industriebranche, die vom großen Bedarf an Tinten und anderen Artikeln in der modernen Bürowelt profitierte. Sie stellten sich den Herausforderungen der technischen Entwicklung, überwanden Wirtschaftskrisen und zwei Weltkriege, bis Kriegszerstörungen 1945 und politische Veränderungen der Tintenproduktion in Chemnitz 1955 ein Ende setzten.
Die Geschichte der Tintenfabrik von ihren Anfängen 1856 bis zur Enteignung wird ergänzt mit Informationen zu Nachfolgern auf dem ehemaligen Betriebsgelände an der Beyerstraße. Die Bau- und Nutzungsgeschichte der Fabrikantenvillen – Villa Quisisana und Villa Koerner - und ausführliche Biografien der Tintenfabrikanten geben dem Leser Einblicke in Leben und Wirken sowie in ihr Engagement für die Chemnitzer Stadtgesellschaft.
Heute sind die letzten Fabrikgebäude verschwunden und nur die Villen noch geblieben als Erinnerungsorte. 70 Jahre nach dem Ende der Tintenfabrik von Eduard Beyer wird mit dieser Neuerscheinung ein fast vergessenes Kapitel Chemnitzer und sächsischer Wirtschaftsgeschichte wieder lebendig.
Neuerscheinung im Sax-Verlag 2026
ISBN 978-3-86729-323-5
Gebundene Ausgabe, 21 x 27 cm,
240 Seiten mit rd. 300 überwiegend farbigen Abbildungen